Leitfaden Open Innovation

Was ist Open Innovation? Open Innovation, also offene Innovation, bedeutet, dass der Innovationsprozess von der herkömmlichen geschlossenen Form über die Unternehmensgrenzen hinaus nach außen geöffnet wird. Interne und externe Ideen fließen bei Open Innovation gleichermaßen in die Entwicklung neuer Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle ein. Grundvoraussetzung für die Umsetzung und Nutzung von Open Innovation ist die Bereitschaft, offen für die Ideen anderer zu sein und Wissen mit anderen zu teilen.


Open Innovation Mechanismen.

Outside-In-Prozesse: Lizenskauf, Akquisitionen, Kunden-/Lieferantenintegration, Spinning-In (Ausgewählten Kunden Firmenanteile anbieten.), Venturing, Crowd Sourcing

Inside-Out-Prozesse: Lizensverkauf, Spin-Offs gründen, Forschung für andere Unternehmen betreiben

Coupled-Prozesse: Strategische Allianzen, Innovationsnetzwerke, Kooperationen, Joint Venture, Co-Creation


Open Innovation vs. Closed Innovation Prinzipien.

Open Innovation Prinzipien

Closed Innovation Prinzipien

Nicht alle klugen Köpfe arbeiten für uns. Wir müssen mit auch mit Menschen außerhalb unseres Unternehmens zusammenarbeiten.

Bei uns arbeiten die klügsten Köpfe.

Externe Forschung kann von signifikanten Wert für uns sein; interne Forschung ist notwendig um diesen Wert zu erkenne und umzusetzen.

Um von unserer Forschung zu profitieren müssen wir sie eigenständig betreiben.

Die Forschungsleistung muss nicht bei uns erbracht werden, damit wir davon profitieren können.

Wenn wir es selbst entdecken, werden wir die ersten auf dem Markt sein.

Es ist besser ein sehr gutes Geschäftsmodel zu haben als der Erste auf dem Markt zu sein.

Das Unternehmen, das eine Innovation als erstes auf den Markt bring, gewinnt im Wettbewerb.

Wenn wir in der Branche die besten und meisten Ideen generieren, gewinnen wir.

Wir gewinnen, wenn wir interne und externe Ideen am besten verwerten.

Wir sollten davon profitieren, dass andere unser geistiges Eigentum nutzen und wir sollten das geistige Eigentum anderer kaufen, wann immer es unserem Geschäftsmodell hilft.

Wir sollten unser geistiges Eigentum schützen, so dass unsere Wettbewerber es nicht nutzen können.


Open Innovation – Ihr Nutzen durch…

…Zeitersparnis: Durch neue Märkte und Geschäftsmodelle sowie die Reduktion von Entwicklungszeiten basierend auf dem Prinzip der Arbeitsteilung und einem hohen Fit-to-Market kommen Produktinnovationen schneller in den Verkauf.

…Perspektivwechsel: In anderen Bereichen genutzte Lösungen lassen sich übertragen, um eigene Prozesse zu optimieren.

…Wissensversknüpfung: Durch Geben und Nehmen aus einem Wissenspool, Know-how teilen und gemeinschaftlich weiterentwickeln.

…Kostenersparnis: Durch die Auslagerung von ausgewählten Innovationsaktivitäten kommt es insbesondere wenn die Aktivitäten über die reine Ideengenerierung hinausgehen (beispielsweise die Eigenentwicklung eines ersten Prototypens oder wenn Kunden im Markt als Meinungsführer die Bekanntmachung des Produktes ohne finanzielle Mittel forcieren) zu signifikanten Kostenersparnissen.

…Risikominimierung: Fehlentwicklungen vermeiden durch kundennahe Optimierung und Produktentwicklung.


Open Innovation – Ihre Kosten durch…

…die Umstellung betrieblicher Abläufe: Es entstehen im wesentlichen Kosten der innerbetrieblichen Kommunikation zur Überwindung innerbetrieblicher Widerstände, bspw. das not-invented-here-Syndrom.

…die Umsetzung von Open Innovation: Diese Kosten entstehen vor allem durch die Integration von Kunden in den Innovationsprozess. Einerseits müssen innovative Kunden identifiziert werden, zum anderen muss Kommunikationsinfrastruktur wie bspw. eine virtuelle Plattform aufgebaut werden und Anreizsysteme zur Beteiligung geschaffen werden.

…die Kontrolle von Open Innovation: Diese entstehen bspw. durch die Bewertung von Kundenbeiträgen oder das Verhindern von missbräuchlichem Verhalten.


Open Innovation Methoden und Werkzeuge. Mass Customisation, Cross Industry Innovation, Crowd Sourcing, Ideenwettbewerbe, Co-Creation, Broadcast Search (Crowd Sourcing mit Fokus auf wissenschaftliche Fragestellungen), Coopetition, Open Source, Collaborative Innovation, User Co-Design, Lead User, Open Data, Intrapreneurship, User-driven Innovation, Beta Tester Feedback, Crowd Funding, meist Internet-basierte Toolkits/Plattformen (bspw. https://www.hypeinnovation.com/de , https://www.innocentive.com/, www.d.tolls.com, www.nike.com/de/nike-by-you oder siehe unten)



Weiterführende Literatur und Quellen:

  • Chesbrough, H./ Vanhaverbeke, W./ West, J. (Hg.). Open Innovation: Researching a New Paradigm, Oxford University Press (2006).
  • Reichwald, R./ Piller, F. (2009). Interaktive Wertschöpfung – Open Innovation, Individualisierung und neue Formen der Arbeitsteilung, 2. Auflage, Wiesbaden: Gabler Verlag.
  • Dockenfuß, R. (2003). Praxisanwendungen von Toolkits und Konfiguratoren zur Erschließung taziten Userwissens. In: Herstatt, C./ Verworn, B. (Hg.): Management der frühen Innovationsphasen, Wiesbaden: Gabler Verlag, 215-232.
  • Zerfaß, A./ Möslein, K. (Hg.). Kommunikation als Erfolgsfaktor im Innovationsmanagement. Strategien im Zeitalter der Open Innovation. Wiesbaden: Gabler Verlag (2009).
  • Auswahl webbasierter Open Innovation Plattformen der IHK Hannover (2016): https://www.hannover.ihk.de/fi…ormen_Open_Innovation.pdf (zuletzt aufgerufen am 06.02.20)


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